Die Donots sind Freunde und Brüder. Nicht nur im Geiste, sondern in der Realität. Sänger Ingo und Gitarrist Guido heißen mit Nachnamen Knollmann, weil sie eben verwandt sind. Doch auch die anderen Donots, Gitarrist Alex, Bassist Jan-Dirk und Schlagzeuger Eike, sind, wenn auch nicht verwandt, doch Teil der Familie Donot. Seit 15 Jahren eine Band, immer Freunde geblieben, immer saunette Typen gewesen und grundsympathisch. So muss das sein. Dies hier ist eine echte Band, gewachsen und inzwischen auch hörbar erwachsen. Die Retorte kann nämlich nach Hause gehen, die blöde Kuh. Live ist die perfekte Donots-Show stark auf die Einbeziehung des Publikums ausgerichtet. Es wird so lange Schweiss und Blut vergossen, bis der komplette Laden Kopf steht. Und das wird er am Ende des Abends, soviel ist gewiss. Gelernt ist eben gelernt, und ca. 1000 Konzerte und lebenslange Erfahrung darin, wie man in Ibbenbüren, Laggenbeck, Emsdetten, Westerkappeln und Bockraden eine vernünftige Zeltparty feiert, verbinden sich hier zu einer unschlagbaren Macht.
DONOTS - Wake The Dogs
GEFAHR! Wie war das mit den schlafenden Hunden, die
man nicht wecken sollte? Wach versprechen sie: GEFAHR!
Und mit ihrem 9. Album Wake The Dogs legen es die
DONOTS darauf an! No risk, no fun. Ihre Arbeitsdevise
stammt von Adolf Adler, Kumpel von Sigmund Freud und
Begründer der Individualpsychologie. Der wußte schon vor
ewigen Zeiten: Die größte Gefahr im Leben ist, dass man
zu vorsichtig wird. Das haben sich die DONOTS zu Herzen
genommen und jede Vorsicht fallen lassen.
Mit ihren beiden letzten Alben - Coma Chameleon (2008)
und The Long Way Home (2010) - konnten sich die DONOTS
auf ihre eigene Stärke besinnen. Mit diesen beiden
Erklärungen ihrer Unabhängigkeit sind die DONOTS zum
Kern, zum Core ihrer ersten Leidenschaft zurückgekehrt.
Und diese Rückbesinnung findet auf Wake The Dogs
einen vorläufigen Höhepunkt.
Die neuen DONOTS sind deswegen so gut weil sie sich in
die Lage versetzt haben, auch nach fast 20 Jahren den alten
Geist immer wieder neu beschwören zu können. Einen
Geist, der sich bereits im grundlegend unterschiedlichen
Charakter der Knollmann-Brüder manifestiert. Während
Gitarrist Guido der Punk aus jedem Knopfloch springt, öffnet
Sänger Ingo sein Herz, das der Musik nach zu urteilen,
grösser als ein Scheunentor sein muss. Das gemeinsame
Ergebnis ist Dissidenz mit einem emotionalem Punch. Hymnen
für eine Welt, die Hymnen grundsätzlich misstrauen
sollte ...
Doch Wake The Dogs ist mehr als ein Brandbrief für eine
bessere Zukunft. Statt in einer allwissenden Pose den systemeschen
Upfuck zwischen Finanzmarkt und Genozid mit
einer Art universellem Occupy-Punk anzuprangern, widmen
die DONOTS ihre ganze Aufmerksamkeit den kleinsten
Gliedern der Kette. Der Titel gibt es preis: Wake The Dogs
ist ein Weckruf, und der richtet sich nicht an die Politiker. Er
gilt dir, mir, und allen, die sich nicht mit den Gegebenheiten
arrangieren können aber wissen, dass die Lösung in ihnen
selbst steckt.