Wer noch nie einen Song von Manfred Mann, bzw. seiner hauseigenen Earth Band gehört hat, ist entweder taub oder lebt in der
Abgeschiedenheit der Wüste. Karg muss das Leben sein ohne die Klänge von "Pretty Flamingo", "Ha! Ha! Said The Clown", "Mighty
Quinn", "My Name Is Jack", "Blinded By The Light" oder "Davys On The Road Again". Wie kaum ein anderer vollzieht Manfred Mann
im Laufe der Jahrzehnte den Brückenschlag zwischen Unterhaltungsmusik auf der einen Seite und ausgefeilten, progressiven Kompositionen
auf der anderen. Die musikalische Karriere des Manfred Lubowitz, so der bürgerliche Name des am 21.10.1940 in Johannesburg
zur Welt gekommenen Südafrikaners, erhält Anfang der Sechziger ihren ersten Schub. Gerade einmal dem Teenager-Alter entwachsen,
beschließt er, nach England auszuwandern. Seine Liebe gilt dem Jazz, Beatmusik und Rhythm & Blues, deshalb gründet er mit
Schlagzeuger Mike Hugg die Mann-Hugg Blues Brothers. Ein Live-Auftritt im Marquee verhilft ihnen zu einem Deal mit der EMI,
die ersten Veröffentlichungen "Why Should We Not" und "Cock-A-Hoop" floppen jedoch grandios. Um wenigstens etwas Kohle in
die permanent leeren Taschen zu spülen, benennt sich die Band schlicht in Manfred Mann um und ändert das musikalische Konzept.
Damit produziert er bis 1969 Top 5-Hits in Serie.1969 lösen sich Manfred Mann nach einer Abschiedstour folgerichtig auf.
1971 startet Manfred Mann das erfolgreichste Kapitel seiner Laufbahn. Zusammen mit Gitarrist Mick Rogers Colin Pattenden (Bass)
und Ex Tom Jones- Schlagzeuger Chris Slade (der später auch bei AC/DC die Stöcke schwingt) gründet er die Manfred Mann's Earth
Band. Zu Beginn rumpelt die Erde-Gruppe jedoch verhalten durch die Gegend, der Erfolg will sich nicht so recht einstellen.
Der Bankrott des Labels Bronze zwingt die Earth Band zu einer Pause, das 1987 erscheinende "Masque" markiert das vorläufige
Ende der Gruppe. Vier Jahre dauert es, bis wieder etwas von Manfred Mann den Weg auf Tonträger findet. Einen zweiten Ausflug
in archaische Musikgefilde wagt er mit der Scheibe "Manfred Mann's Plains Music", für die er auf Melodien und Songskizzen
nordamerikanischer Indianer zurück greift. Weitere fünf Jahre ziehen ins Land, bis Mann die Earth Band wieder aus der Mottenkiste
holt. Abwechselnd mit Noel McCalla und Chris Thompson am Mikro zieht die Musikertruppe durch die Landen, veröffentlicht mit
gebührendem Abstand Platten (1996: "Soft Vengeance", 2004: "2006") und begeistert alte und neue Fans gleichermaßen mit Live-Shows,
die das Können der Musiker immer wieder aufblitzen lassen.